Die Schattenseite des Minimalismus

Ich weiß leider nicht mehr, wo ich dieses Bild gefunden habe (wer eine Quelle kennt, möge sie mir verraten!), aber es steckt so viel Wahres darin… Möglicherweise ist das eine Grenze, die man früher oder später erreicht, und an der man sich überlegen muß, ob man sie in Kauf nehmen oder zurückrudern will. Ich denke: die paar zusätzlichen Gerätschaften sind es wert! Und immerhin ist dann auch nicht alles im Eimer, wenn der Computer mal abschmiert 😉

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2 Antworten zu “Die Schattenseite des Minimalismus

  1. Gestern habe ich in einem großen Geschäft einen richtig geilen Synthesizer angetestet. Dann kam ein gesprächiger Typ und erzählte mir, das mache er alles mit dem Computer. Und ich meinte nur, das sei nicht das gleiche, schon allein weil die Knöpfe am Gerät fehlen, an denen man kurbeln kann.

    Es ist ja nicht nur, dass es alles mit dem Rechner von Statten geht. Es fehlt die ganze Vielfalt der Sinneseindrücke. Das Rascheln des Papiers, das Gefühl, wie der Klangkörper das Klaviers vor einem schwingt, das gespannte Auspacken der CD, fast rituell das Einlegen in den Player und dann, während der erste Track läuft, das noch nach Lösungsmittel der Durckfarbe duftende Booklet studieren. Dazu kommt noch, dass kaum noch jemand gute Lautsprecher zum Musikhören hat. Und Kopfhörer werden nach Design und Farbe ausgewählt, nicht nach Klang. Fast scheint es, als würde die Befreiung der Medien von der physischen Erscheinungsform durch den Computer den Dingen nicht nur die Haptik sondern auch einen Teil des Werts nehmen.

    Mit den Touchschreen-Oberflächen wird es noch einmal ärmer: Nun haben wir nicht mehr den haptischen Feedback beim Tippen oder Klicken. Kein spürbarer Druckpunkt einer guten Tastatur mehr, nur das Aufblinken grafischer Felder auf dem Schirm. (Ganz nebenbei: Wie tippen eigentlich Blinde auf einer Tastatur, die nur auf einem Bildschirm zu sehen ist?)

    Früher hat man seine Freunde gedrückt und dabei ihr Parfüm oder Deo oder ihren Schweiß gerochen. Heute sind wir effizient und liken geschwind auf dem Touchscreen. Willkommen in der kollektiven Eindrucksarmut.

  2. Es gibt tatsächlich Touchscreen-Tastaturen für Blinde… zwar meines Wissens bislang nur als Prototyp, aber immerhin. Dazu wird der Bildschirm einmalig auf die Handposition bzw. die der 10 Finger des Blinden kalibriert, später wird dann jeder Finger mit Funktionen unterlegt, die angesagt werden.

    Deine Beispiele kann ich für mich analog aufs Lesen übertragen – kein digitales Medium riecht so toll wie ein Buch (egal ob neu oder alt), glatte, technische Oberflächen können nicht mit dem Charme einer Buchseite mithalten, und so richtig hinfläzen kann man sich damit eigentlich auch nicht (schon gar nicht in der Badewanne).

    Wollen wir hoffen, daß auch weiterhin genug Menschen diesen nichtdigitalen Reizen erliegen 🙂

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