Wenn Konsumgegenstände zum Zeitfresser werden

Diesen Eintrag schreibe ich mit etwas Wut im Bauch. Wut darüber, dass schon wieder fast das ganze Wochenende dafür draufgegangen ist, meinen Besitz zu organisieren. Wieso?

Weil ich Wäsche sortieren und waschen und aufhängen musste. Dabei die Teile beiseite legen musste, die ich reparieren muss (wann auch immer ich das schaffe). Die Rechnungen der letzten Onlinekäufe bezahlen musste. Kaufbelege in meine Haushaltsbuch-App einpflegen musste. Den ganzen Quatsch wegräumen musste, der sich über die Woche hinweg im Zimmer ansammelt. Etliche Taschen leeren musste. Geschirr abwaschen musste. Die letzten Ebay-Verkäufe verpacken und verschicken musste. Eine Zalando-Retoure mitnehmen musste. Die ganze Post durchgehen musste, um dann den Großteil davon wegzuschmeißen. Mehrere Tüten Müll zur Tonne bringen musste. Winter- gegen Sommerkleidung tauschen musste. Haufenweise aussortieren musste (oder vielmehr wollte). Den Großteil davon bei Ebay einstellen musste. Und weil ich mir jetzt auch noch Gedanken darüber machen muss, wie ich den ganzen Rest loswerde.

Und dies sind nur ein paar Beispiele dafür, wie wir uns mit unserem Konsum unnötigerweise Probleme schaffen, auf die man gut und gerne verzichten könnte. Wie viele schöne Dinge hätte man in der gleichen Zeit machen können? Und wird dadurch der Preis jedes Gegenstands, den wir uns ins Haus holen, nicht um ein Vielfaches höher? Und muss das wirklich sein?

Spätestens jetzt wäre ich wohl endgültig motiviert, meinen Konsum einzuschränken. Und ihr so?

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11 Antworten zu “Wenn Konsumgegenstände zum Zeitfresser werden

  1. Besorgen. Entsorgen. Was haben beide gemein? Sorgen. 🙂

    Und sonst? Einfache Regel: Für alles Neue, was reinkommt, muss was Altes raus. Gar nicht immer einfach, sich da dran zu halten, ich schaffe es auch nicht immer. Aber man macht ja nur selten was wirklich Neues, für das man dann ein neues Tool braucht. Klar, wer Skateboadfahren anfängt, sollte nicht das Snowboard deswegen verkaufen, nur um auf dem Boden zu bleiben. Will man beim Boarden ja auch nicht. 😉

    • Das mit den Sorgen ist mir noch gar nicht aufgefallen!

      Bei mir kommt für jedes neue Teil ein vielfaches an Gegenständen weg, aber trotzdem könnte es doch immer noch weniger sein. Dranbleiben ist also angesagt!

  2. Ich stelle einfach nicht alles irgendwo im Netz zum Verkauf ein, sondern gebe es direkt weg ohne einen Gedanken an den Wert zu verschwenden. Meist ist der Wert nämlich eher ideeller Natur.
    Nach meinem Umzug haben wir einfach einen Tag investiert und haben alles auf einem Trödel verkauft und den Rest weggegeben. Das warfür mich weniger stressig als ständig alles zu fotografieren, einzustellen, zu beobachten und zu verschicken.
    Es gibt nur ein paar Dinge, die wirklich Geld bringen, die ich irgendwo einstellen würde.

  3. Oh ja, mir geht das auch zu oft so. Von allem zuviel – der Titel trifft’s. Ich entrümple seit nun fast 10 Jahren, habe meine Wohnung auf ein WG-Zimmer verkleinert, habe eine Unmenge Möbel, Bücher, Dekosachen und Klamotten weggegeben, meine Musiksammlung digitalisiert, den Fernseher abgeschafft, fast alle Bücher weggegeben (ich lese jetzt digital) und kaufe kaum noch Dinge nach. Und trotzdem staune ich grad jetzt wieder, wie viele Dinge, z. B. Kleidung, ich immer noch besitze. Viel zuviel!

    Aber seit einiger Zeit bin ich auch an dem Punkt, an dem mir das Weggeben oder -werfen nicht mehr so leicht fällt, weil die Dinge eigentlich noch schön sind und vielleicht auch etwas wert und man sie ja wenigstens verkaufen könnte, wenn man sie schon nicht mehr selbst nutzen möchte. Ich habe z. Zt. nicht mehr so viel Geld wie früher zur Verfügung, und so denke ich doch öfter, ich könnte die Sachen aufheben und selbst aufbrauchen.

    Aber ich hab immer noch zuviel, und diese Last – dieses Luxusproblem – belastet mich. Besonders geht es mir so mit virtuellen Daten, für die ich immer noch kein richtiges Ordnungs- und Sicherungssystem gefunden habe. Da gerate ich regelmäßig an meine Grenzen und fühle mich total erschöpft. Und dann lagern hier noch eine Menge DVDs und CDs und Fotonegative und Foto-CDs, die ich digitalisieren möchte, bevor ich sie weggebe. Und eine Kiste voller CDs, die ich irgendwo eingestellt habe, und bei denen ich jetzt auf Käufer warte. Und eine ganze große Kiste Zeugs, das vermeintlich noch Wert hat, das ich aber erstmal noch bei Ebay oder ähnlichem einstellen müsste. Und dann verpacken und verschicken … Mühsam.

    Vielleicht sollte ich einfach endlich loslegen und mich trennen. Ich wünsche euch ebenfalls Schaffenskraft und viel Freiraum. Genießt den Sonnenschein 🙂

  4. Klingt so als würdest du dir einfach zu viele Aufgaben in zu kurzer Zeit vornehmen. Und das dann auch noch dokumentieren. Vielleicht ist auch hier weniger mehr. Man muss ja nicht in einem Jahr das loswerden, was man in den letzten Jahren so angeschafft hat. Aber ich kenne das. Wenn man einmal den ganzen „Mist“ sieht, will man ihn auch möglichst schnell weg haben. Vor allem ebay nimmt aber mehr Zeit in Anspruch als man so denkt. Mein bescheidener Tipp: Schalte vom Sprint in den Marathon-Modus und genieß die Landschaft während auf dem Weg nach Minimalista.

  5. In unserem liebenswerten kleinen Städtchen Tübingen gibt es immer wieder so Kisten. „Tübinger Kisten“ sagen manche dazu. Wer in einer belebten Straße wohnt, packt seinen alten Krempel einfach in einen Umzugskarton, macht ein Schild „zu verschenken“ dran und stellt ihn auf den Bürgersteig. Das schränkt die Last des Ent-Sorgens dann doch etwas ein.

    … hilft aber nicht gegen das nötige Ausmisten. Eine mögliche Strategie: Jedes Wochenende ein Regal oder einen Schrank vornehmen (oder auch nur ein Fach davon, wenn man sich gestresst fühlt) und einfach machen. Wenn man sich nicht entscheiden mag: In einen Karton packen, den im Keller deponieren. Wenn man den Karton nach ein paar Monaten schon vergessen hat, hat man auch nichts gebraucht, was da drin war und er kann raus.

  6. Was davon „musstest“ Du denn wirklich… und was davon WOLLTEST Du? Trenn mal zwischen den beiden und „wolle“ nicht zu viel auf einmal 🙂

    • Danke, dass du mich an diesen Artikel erinnert hast! 🙂

      3 Jahre später staune ich selbst darüber, wie sehr ich mich da selbst unter Druck gesetzt habe. Inzwischen haben sich aber auch einfach die Prioritäten verschoben – ich habe z.B. über den Sommer so gut wie nichts bei Ebay verkauft, weil ich dachte – mach das, wenn das Wetter wieder schlechter wird, und geh jetzt stattdessen raus. Das hat dazu geführt, dass hier jetzt wieder 2 große Kisten mit Aussortiertem stehen, aber ich hatte auch einen echt tollen Sommer 😉

      Ich bin auch rigoroser geworden, verkauft wird nur noch das, was sich auch lohnt. Den Rest verschenke ich umso lieber, als dass ich selbst auch immer wieder schöne Sachen zum Mitnehmen bei uns in der Straße finde. Und wenn die Auktionen nicht diese Woche fertig werden, dann eben nächste. Wäsche wird natürlich trotzdem regelmäßig gewaschen 😉

      • Ich bin grad im Urlaub und habe – natürlich – wieder viel zu viel dabei… mal sehen, ob ichs irgendwann lerne *g* die nächsten eBay Auktionen laufen – Vorplanung sei dank – aber auch bald los, weil ich immer nur ne bestimmte Anzahl von Paketen pro Woche verschicken will – artet ja sonst in Stress aus 🙂

        Freut mich, dass ich Dir mit der Erinnerung eine Freude machen konnte – sowas ermutigt sicher ab und an, mit dem Bloggen am Ball zu bleiben! Hatte mir auch überlegt, nen Blogg zu starten, aber irgendwie denke ich mir grade „Nö“, ich kann mit der Zeit anderes anfangen *g* zum Glück denkt nicht jeder so 🙂

      • Meine Zeit ist leider gerade auch extrem limitiert (daher auch aktuell wenig Neues), aber ich freue mich schon darauf, wenn das demnächst wieder anders ist und ich wieder mehr schreiben kann 🙂

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