„Wie lange willst du das denn eigentlich noch machen?“

Und viel wichtiger: glaubst du, du wirst irgendwann damit fertig?

Das sind nur zwei von den Fragen, die sich stellen, wenn man wieder und wieder den eigenen Besitz hinterfragt, sich reduziert, an den Massen fast verzweifelt und am Ende einfach nicht versteht, wo das ganze Unnütze eigentlich hergekommen ist. Denn dass es nicht damit getan ist, jede Schublade einmal gründlich durchzusehen, weiß jeder, der sich längerfristig mit dem Thema Minimalismus beschäftigt. Am (auf das absolut Notwendige beschränkte) Kaufen kann es nicht liegen, die wundersame Brotvermehrung mag ich auch nicht zur Rechenschaft ziehen, aber was ist es dann?

Ein Anfang, über den ich auch bei vielen anderen Bloggern schon gelesen habe, war, alles zu hinterfragen, was die physikalischen Grenzen meines Zuhauses überschreitet – Post, Werbung, Einkäufe, Geschenke und was man sonst noch so findet. Stellt es einen Wert für mein Leben dar? Ansonsten bitte gleich weg damit. Bevor sich daraus wieder Stapel formieren, die später beachtet, sortiert und bearbeitet werden wollen.

Und natürlich helfen diese Tage, an denen irgendwie alles weg kann. An denen sich plötzlich wie von Zauberhand die Regale leeren und nur ein Gefühl von Erleichterung und Befreiung zurückbleibt. Doch auch diese Aktionen kosten Zeit, und somit haben sie einen Beigeschmack von „Ich hätte den Tag auch mit Freunden in der Sonne statt mit der Verwaltung meines Besitzes verbringen können.“

Was mir am plausibelsten für das Gefühl des permanenten Überschusses erscheint, ist: Wandel. Interessen verändern sich und hinterlassen die plötzlich nicht mehr benötigte Golfausrüstung, Beziehungen zerbrechen und man kann endlich den doofen Pullover entsorgen, den man nur noch anstandshalber behalten hat. Und natürlich ändert sich auch die eigene Einstellung dazu, wieviel man um sich herum erträgt und womit man seine Zeit und Energie verbringen möchte. Was begrüßenswert ist, aber auch immer wieder die Eingangsfragen aufwirft.

Die Antwort ist: es ist eine Lebensaufgabe. Oder konstruktiver: Eine Lebenseinstellung.

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