Gelesen: Scott Jurek – Eat and run

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Ich bin immer noch ein bisschen außer Atem. Und dabei habe ich nur auf der Couch gesessen (und in der Bahn, auf dem Bett, am Frühstückstisch…) und Scott Jureks großartiges Buch „Eat & run“ verschlungen. Angeregt von Apfelmädchen und sadfsh habe ich mir das Buch, das ich beim letzten Mal irgendwie nach den ersten paar Seiten wieder ins Regal gestellt hatte, regelrecht einverleibt, hatte die ganze Zeit das dringende Bedürfnis, laufen zu gehen und mir danach einen Salat zu machen – und zwischendrin sogar mal aus Versehen vegan gekocht 😀

Dabei esse ich gerne Fleisch. Und auch wenn ich Laufen als eine meiner größten Passionen bezeichnen würde (100m bis Halbmarathon, mit, ohne und durch Hürden – die letzten Splitter stecken vermutlich immer noch in meiner Hüfte), werde ich wohl in absehbarer Zeit nichts laufen, was länger als 42 km ist. Aber das Schöne ist: darum gehts eigentlich gar nicht. Scott Jurek versucht mit seinem unglaublichen Laufpensum immer und immer wieder, an seine Grenzen zu gehen und betont mehrfach, dass ein Ultramarathon nicht allein mit den Beinen zu schaffen ist (auf diesen Strecken ist jeder Muskel irgendwann erschöpft, egal, wie gut er trainiert ist), sondern mit dem Kopf. Es geht darum, Hindernisse zu überwinden. Ausdauernd im wahrsten Sinne des Wortes zu sein. Seine inneren Stärken zu finden, wenn man sie braucht. Aufzustehen und weiterzumachen, wenn man am Boden liegt. Einen bewusstseinserweiternden Zustand allein dadurch zu erreichen, dass man völlig aufgeht in dem, was man liebt.

Auch aus dem Interview, das ich im Anschluss gehört habe, springt einen die Begeisterung und Leidenschaft förmlich an – und das, obwohl Scott Jurek allen Anschein nach ein ziemlich bodenständiger Typ geblieben ist. Auch das hat mir gefallen: er versucht seinen Leser nicht zu belehren, sondern legt einfach nur dar, was sich für ihn als beste Lösung entwickelt hat (nicht, ohne nicht auch auf Niederlagen und Rückschläge einzugehen). Ich muss zugeben, dass mir die missionarische Haltung, die manche Veganer an den Tag legen, ziemlich auf den Geist geht, weswegen ich umso überraschter war, dass mich sein Ansatz (der rein auf gesundheitliche Vorteile und adäquate Ernährung für Ultras ausgerichtet ist und nicht mit einem Wort die Bereiche Tierschutz und Co. anschneidet – tatsächlich hat Scott Jurek in seiner Jugend oft genug selbst Tiere erlegt und zubereitet) grundsätzlich überzeugen würde.

Ich habe lange nichts mehr gelesen, was mich SO inspiriert hat – absolute Leseempfehlung!

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Eine Antwort zu “Gelesen: Scott Jurek – Eat and run

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