Best things meets Leipzig111.

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Diese Stadt und ich haben eine wechselvolle Geschichte hinter uns. Einst bin ich hergezogen für eine damalige Liebe, war aber dann den Großteil der Zeit doch auf mich alleingestellt. Ich habe sie erkundet, nette und weniger nette Menschen kennengelernt und hatte doch immer das Gefühl, dass irgendwas nicht ganz passt.

Als Westdeutscher im Osten zu leben, heißt nach wie vor, unter Beobachtung zu stehen. Und im Zweifel nichts zu zeigen oder zu sagen, was an Negativklischees aus der Nachwendezeit erinnern könnte – wie Überheblichkeit oder Besser-Wessitum. Man kann sagen: Der Anpassungsdruck, der systembedingt seit 1989 auf den Ostdeutschen lastet, lastet menschlich gesehen auf den Westdeutschen im Osten.

ZEIT Online

Irgendwann war dann die Liebe auch keine mehr und die Stadt begann, an Charme zu verlieren. Vielleicht wäre es mir mit jeder anderen Stadt genauso gegangen, in der man irgendwann nur noch die gleichen Wege geht, die gleichen Ecken sieht und sich über die gleichen Kleinigkeiten ärgert. Und ja, mit manchen Dingen kann ich mich nicht (mehr) arrangieren. Ich mag sowohl Hochdeutsch als auch Dialekte, ich hatte keine Vorbehalte, als ich hergezogen bin, aber inzwischen sehne ich mich zunehmend mehr nach norddeutschem Slang. Und da es sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht keinen Sinn macht, hierzubleiben, rückt eine gewisse Hansestadt wieder in greifbare Nähe. Aber eben auch nur langsam.

Jedes Mal, wenn ich Besuch habe, stelle ich dann wieder fest, wieviel diese Stadt doch eigentlich zu bieten hat. Und nehme mir vor, die verbleibende Zeit hier nicht so pessimistisch zu sehen. Und dank der Planung des letzten Besuchswochenendes habe ich jetzt auch eine kleine Gedankenstütze, nämlich dieses Buch.

Als alter Listenfanatiker zückte ich natürlich direkt den Stift und begann, das bereits Gesehene abzuhaken. Übrig blieben rund 50 Punkte – und da das meiste davon auch noch kostenlos ist, war eine neue Challenge geboren. Bis zu meinem Wegzug möchte ich versuchen, die restlichen Orte zu sehen (was auf ca. einen pro Woche hinauslaufen wird). Ich möchte diese Stadt wieder genießen können, Neues entdecken und die verbleibende Zeit als etwas Sinnvolles begreifen. Und vielleicht kann der ein oder andere von euch einen Teil davon ja für alltägliche Entdeckungstouren oder den nächsten Städtetrip gebrauchen 🙂

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Eine Antwort zu “Best things meets Leipzig111.

  1. Der Aussichtsturm im Rosental!! Toller Blick! Ach Leipzig…als Wessi hab ich ich mich in den 8 Jahren (-2009) selten beäugt gefühlt und etwas Wehmut schwingt auch mit, wenn ich an die Stadt und die Zeit zurückdenke. Gerne komme ich wieder…

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