Rück- und Ausblick.

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Mögt ihr Jahresrückblicke und Neujahrsvorsätze oder findet ihr sie total überbewertet? Ich gehöre ganz klar zur ersten Gruppe und freue mich jedes Jahr wieder darauf, mich hinzusetzen, die Vorsätze vom Januar und die Erlebnisse des vergangenen Jahres noch einmal Revue passieren zu lassen und Pläne für die kommenden 12 Monate zu schmieden. Sehr hilfreich fand ich dieses Mal auch die 50 Fragen von Into Mind, die das ganze noch etwas besser strukturiert haben.

Bezogen auf das Thema Minimalismus stand dieses Jahr wie schon das vorherige eindeutig im Zeichen des Nutzens neuer Freiräume. Ich habe eine gefühlte Million spannender Dinge erlebt (viele davon standen schon länger auf der „Müsste man irgendwann mal machen“-Liste), z.B.:

  • erste Segelerfahrungen gemacht
  • den Rosenmonatszug in Köln erlebt
  • einen tollen Sommerurlaub in Frankreich verbracht
  • ein paar neue Städte kennengelernt (Weimar, Erfurt, Augsburg, Timmendorf, die Lüneburger Heide)
  • endlich wieder einen Verein mit einer lieben Trainingsgruppe gehabt
  • Kinesiotapen gelernt
  • und nicht zuletzt: ganz viele tolle Menschen wiedergesehen 🙂

Ansonsten stand ich schon im Dezember vor der für mich ungewohnten Erkenntnis, dass die sonst übliche lange Liste an Vorsätzen mir für 2015 irgendwie beliebig und unzureichend vorkam. Nach ein paar Wochen des Nachdenkens und Reifenlassens bin ich jetzt endlich dahintergekommen, woran das liegt: mir fehlte der tiefere Sinn. Die letzten Jahre waren geprägt von laaaaangen ToDo-Listen, deren Abarbeitung mich zwar nach wie vor zufriedenstellt, aber ich hatte zunehmend mehr das Gefühl, mich dazu zwingen zu müssen. Das ging so lange gut, bis ich an den Punkt kam, an dem ich realisierte: ich will mich nicht zwingen müssen. Es ist einerseits sehr ermüdend und andererseits zusätzlich absurd, sich zu schönen Dingen wie z.B. zum Baden zu zwingen (man denke sich folgende Punkte auf der ToDo-Liste abgehakt: Lesepensum schaffen, Badezusätze aufbrauchen, Kerzenvorrat dezimieren) – der Spaß bleibt dabei irgendwie auf der Strecke.

Ich wusste also schon mal: mir einfach nur wieder „mindestens 365 Dinge aussortieren“ vorzunehmen, reicht nicht. Viel mehr fiel mir aber erst einmal nicht ein. Ich dachte über Sortiermechanismen für Vorhaben nach, darüber, was ich nicht mehr wollte (siehe oben) und sah mich bei anderen Jahresrückblicken um, aber so richtig wollte es nicht zünden. Klar war nur: was ich in diesem Jahr auf jeden Fall und unbedingt erreichen will, ist ein Umzug in DIE Lieblingsstadt. In die Stadt, in der die Freunde und der Freund wohnen, in der ich schon so viel erlebt habe und in der noch so vieles verheißungsvoll winkt. Und plötzlich machte es Klick und alle Teilchen fielen an ihren Platz. Das war der Moment, in dem mir klar wurde: alles, was ich mir schon in den letzten Jahren so lose vorgenommen habe, dient letzten Endes diesem einen Ziel:

  • Ausmisten und mein Leben verschlanken: nicht nur für persönlichen Freiraum, sondern auch zur Beantwortung der Frage: was brauche ich wirklich und was will ich auch schleppen? Auch die Treppe runter, in den Umzugswagen, Treppe(n) wieder rauf?
  • Berufliches Vorankommen forcieren: alles abschließen, was mich noch an diese Stadt bindet, und dann gut qualifiziert und vorbereitet in der neuen Stadt die weitere Zukunft planen
  • für mehr Wohlbefinden und Gesundheit sorgen: zur Überbrückung von Durststrecken, zum Genießen des Weges dorthin und weil es einfach essentiell ist 🙂

Unter diesen Rubriken verbergen sich natürlich viele weitere Einzelziele, z.B.:

  •  sich genau überlegen, wofür es sich zu kämpfen lohnt
  • sich von den unnötigen Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bzw. nicht um Energie bringen lassen
  • auf das große Ganze fokussieren und ablenkenden Kleinkram eliminieren (Beispiel: nichts mehr bei Ebay versteigern, das nicht mindestens Summe X einbringt – stattdessen am Verschenken erfreuen und die Zeit sinnvoller nutzen)
  • alle Leute wiedertreffen, zu denen ich es 2014 nicht mehr geschafft habe
  • wieder ein paar Schritte aus der Komfortzone machen und alles Neue ausprobieren, was mir über den Weg läuft und spannend erscheint

Und um mich dabei nicht wieder völlig zu verausgaben, schreibe ich mir Frage Nr. 38 von INTO MIND schon jetzt auf:

What advice would you give your early-2014 self if you could?

Der Ratschlag wird aus den Erfahrungen von 2014 auch für dieses Jahr gelten, weshalb ich ihn mir schon mal prophylaktisch gebe: Teile dir deine Kräfte ein.

Wie war euer 2014? Was habt ihr euch für 2015 vorgenommen?

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5 Antworten zu “Rück- und Ausblick.

  1. Deine Vorsätze gefallen mir sehr gut! 🙂 Ich wünsche dir viel Erfolg dabei – und vor allem viel Durchhaltevermögen; denn manches das ganze Jahr über mitzutragen stelle ich mir als große Herausforderung vor.

    Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal selbst ernsthaft erlebt, wie sehr Vorsätze dabei helfen können, sich selbst zu motivieren.

      • Ich setze mir eigentlich nie Vorsätze in dem Sinne – insofern kann ich die Frage nicht beantworten, weil sich die Frage da natürlich nicht stellt. 🙂

        Normalerweise bin ich aber ziemlich gut darin, meine Pläne durchzuziehen – wenn ich mir das arrogante Eigenlob erlauben darf. ;o)

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