Jeder, der sein Leben entrümpelt, kommt früher oder später an den schmerzhaften Punkt, an dem es einem förmlich wehzutun scheint, Dinge aus dem eigenen Leben ziehen zu lassen. Das alte, ausgewaschene T-Shirt, das einen durch die erste Beziehung begleitet hat. Die vergilbten Briefe von Freunden aus längst vergangenen Tagen. Die eingestaubte Gitarre, die in jedem Sommercamp dabei war und noch ein bisschen nach Sonne und Lagerfeuer riecht.
In vielen Fällen ist das total ok. Erinnerungsstücke katapultieren uns schlagartig zurück in (optimalerweise) gute, vergangene Zeiten und zeigen uns damit, wer bzw. was wir sein wollen und womit wir unsere Zeit verbringen wollen. Aber wenn der Erinnerungswust überhand nimmt oder wir uns vielleicht sogar eher an die schlechten Momente in unserem Leben erinnert fühlen, ist es Zeit, die Reißleine zu ziehen. Und sich zu verdeutlichen: Wir sind nicht das, was wir geworden sind, aufgrund unserer Besitztümer, sondern als Resultat unserer Erfahrungen und Erlebnisse – und die Erinnerung daran. Nichts davon wird weniger oder weniger wertvoll werden, wenn wir die zugehörigen Gegenstände ziehen lassen, weil wir nicht gleichzeitig unsere Vergangenheit auslöschen.
Was schon eine Weile unterbewusst durch meine Gedanken spukte, habe ich heute hier noch mal wunderbar auf den Punkt gebracht wiedergefunden. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen beim Loslassen, Abschließen und Neuaufbrechen.
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